Hamilton, John2022-12-142011Hamilton, John T. 2011. "Kinder der Sorge: Ein Mythos über die Sicherheit." Polar: Politik, Theorie, Alltag 11: 21-24.1862-5657https://nrs.harvard.edu/URN-3:HUL.INSTREPOS:37373836In unserem politischen und kulturellen Lexikon gibt es kaum einen Begriff, der so schwer überfrachtet und semantisch so multifunktional und ungenau ist wie der Begriff der »Sicherheit«. Der Grund für diese diskursive Vielseitigkeit liegt darin, dass das lateinische Wort securitas, aus dem man »Sicherheit« ableiten kann, eine völlig ambivalente Karriere gehabt hat. Wörtlich ist securitas der Zustand »ohne Sorge« (se- oder sine cura) zu sein; aber das Wort cura, welches securitas negiert, ist zweideutig und lässt sich entweder positiv oder negativ verstehen: cura bezeichnet entweder eine »sorgfältige Aufmerksamkeit, liebende Fürsorge« oder aber eine »ängstliche Besorgnis und entnervte Furcht«. Hinsichtlich der Sicherheit muss die erste Frage an das Wort selbst adressiert werden: Was genau ist cura und welche Implikationen hat es, wenn diese cura entfernt wird – also se-curitas entsteht? Wie sollen wir diese »Sorglosigkeit« erklären? Gewinnen wir Ruhe oder werden wir einfach gleichgültig? Erwerben wir die innere Kraft zur Tapferkeit oder werden wir selbstgefällig und nachlässig?deKinder der Sorge: Ein Mythos über die SicherheitJournal Article2022-12-14